Freie Wissenschaft durch Podcasting (Shownotes)

Link (Ankündigung) Twitter: #subscribe10 / #cllqm

Vortrag 16.10.2016 – Subscribe8 – Moritz Klenk
Titel: Freie Rede vs. Meinungsfreiheit
Inhalt: Die politische Dimension des Podcastens

These: Wir lassen uns den Kommunikationsapparat nicht zu einem Distributionsapparat kaput machen.


*Unsere Gesellschaft kennt Wissenschaft als institutionalisierte Wissenschaft.

Manchmal wundere ich mich.
Ziel: realistischerer Zugriff auf soziale Wirklichkeit.

Exkurs: Peter Berger / Thomas Luckmann – Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit

  • Gesellschaft als objektive Wirklichkeit:
    Institutionalisierung
    Legitimierung (durch Verfahren ((Luhmann)))

*Gesellschaft als subjektive Wirklichkeit:
Internalisierung der Wirklichkeit
Internalisierung und Gesellschaftsstruktur
Identität

Gesellschaft in den letzten 500 Jahren:
(Seit Mittelalter und frühneuzeitlicher Gesellschaft)

Auflösung von Ständen,
Auflösung traditioneller Gemeinschaften,
Auflösung vieler Zwängen durch Familie und Gemeinschaft

Gott hat Dich nicht an einer spezifischen Stelle in der Gesellschaft positioniert.
Soziale Mobilität – Der Mensch hat viele Lebenschancen.

Andere Seite der Entwicklung: Institutionalisierung von Identität.

Martin Kohli (1985): Lebenslauf und Lebensalter zu eigenständigen gesellschaftlichen Strukturdimensionen geworden sind, die ein Regelsystem darstellen, das einen zentralen Bereich des Lebens ordnet und damit ähnlich dem Geschlecht als soziale Institution konzeptionalisiert werden können.


Wissenschaft

Zettel:
Die Differenzierung von Disziplinen hat zu einem nicht mehr integrierbaren Wissen geführt.
(Vgl. Was ist Kommunikation? In: Niklas Luhmann, Aufsätze und Reden 2011, S. 94)
Eine Soziologie, die sich durch Nichtbehandlung ihres Nichtwissens fortsetzt, ist keine Wissenschaft

Michel Foucault
(Die Ordnung des Diskurses – Antrittsvorlesung anläßlich seiner Berufung an das College de France am 2. Dezember 1970):

Noch bei den griechischen Dichtern des 6. Jahrhunderts war der wahre Diskurs – im starken und wertbetonten Sinn des Wortes: der wahre Diskurs, von dem man Achtung und Ehrfurcht hatte und dem man sich unterwerfen mußte, weil er der herrschende war – eben DER Diskurs, der von den hierzu Befugten nach dem erforderlichen Ritual verlautbart worden ist…

Aber schon ein Jahrhundert später lag die höchste Wahrheit nicht mehr in dem, was der Diskurs war, oder in dem, was er tat, sie lag in dem, was er sagte: eines Tages hatte sich die Wahrheit vom ritualisierten, wirksamen und gerechten Akt der Aussage weg und zur Aussage selbst hin verschoben: zu ihrem Sinn, ihrer Form, ihrem Gegenstand, ihrem referentiellen Bezug.“


Institutionalisierung
Man könnte sagen: Menschen sind im Unterschied zu Tieren besonders schlecht erzogen und bedürfen daher Institutionen und ihrer Legitimierung.

„Wenn ein Bereich menschlicher Tätigkeit institutionalisiert ist, so bedeutet das eo ipso, daß er unter sozialer Kontrolle steht. Zusätzliche Kontrollmaßnahmen sind nur erforderlich, sofern die Institutionalisierungsvorgänge selbst zum eigenen Erfolg nicht ganz ausreichen. Nehmen wir zum Beispiel an, ein Gesetz sähe vor, daß ein jeder, der das Inzesttabu bricht, geköpft wird. Die Vorkehrung mag nötens gewesen sein, weil das Tabu manchmal verletzt worden war. Daß eine solche Schreckenssanktion dauernd aufrechterhalten wird, ist jedoch unwahrscheinlich – außer, wenn die Institution selbst, für die das Inzesttabu steht, vom Zerfall bedroht ist, eine Sondersituation, die uns jetzt nicht zu kümmern braucht.


Organisation (Luhmann – Soziologische Aufklärung 2 – Interaktion, Organisation, Gesellschaft)

Unterscheidung: Gesellschaft – Interaktion – Organisation

Gesellschaft ist nicht einfach die Summe aller interaktionen, sondern ein System höherer Ordnung, ein System anderen Typs. Die Gesellschaft muß in der Lage sein, auch die möglichen Kommunikationen unter jeweils Abwesenden oder mit jeweils Abwesenden mitzusystematisieren.
… übergreift die Grenzen der Interaktionssysteme und macht sich damit unabhängig von deren Grenzbildungs- und Selbstselektionsprinzip. Ihre eigenen Grenzen sind die Grenzen möglicher und sinnvoller Kommunikation, vor allem Grenzen der Erreichbarkeit und der Verständlichkeit. Sie sind viel abstrakter und, wie die Kulturgeschichte zeigt, sehr viel unschärfer definiert als die Grenzen von Interaktionssystemen.

*Das dreijährige Projekt „Colloquium-Podcast“ wollte die Fragen beantworten, ob Podcasts geeignetes Mittel außeruniversitärer Wissenschaft sein könnten und ob Schattenseiten von Institutionalisierung und Organisationen verzichtbar sind. Vorstellung eines Erkenntnisprozesses samt Fazit.

*Professionalitätsmagie und Massenmedien
*Lerntheorie
*Soziale Grundlagen von Vertrauen
*Systemvertrauen und Netzwerke
*Wissenschaftskommunikation und Verlage
*TweetUPs (Informatioinserarbeitung – 6. Mai 2017).
*Globalokal
*glocal
*Metaphorum
*Mensch Maschine Kommunikation
*Parasoziale Tafelbilder

Gesprächspartner (Cllqm):
Insgesamt: 8 Personen
Davon: 1 Frau
@kusanowsky
@christorpheus
@bertrandterrier
@mundauf
@filterraum
@rolftodesco
@bkasslatter
@openmedi

Gesprächspartner (KzU):
Insgesamt: 23 Personen
Davon: 2 Frauen
@kusanowsky
@jenscmoeller
@openmedi
@tinido
@begleitschaden
@gorgonobserver
@nilsdemetry
@manuforster
@professorbunsen
@latent_de (verstorben; Dr. Stephan Müller)
@moritzklenk
@sms2sms
@filterraum
@pr1miTiv3
@friiyo
@reisagainst
@christorpheus
@bkasslatter
@rtik
@TorstenGellrich
@SarahKaschuba
@guentzels
@pschwede


Hervorgehend aus einem Gespräch mit dem Soziologen Klaus Kusanowsky im April 2016 entstand ein Podcast-Projekt, welches sich zur Aufgabe gemacht hat, intersubjektiv referenzierbare Wissensakkumulation auf die Probe zu stellen. Ausgehend vom Erkenntnisinteresse des Gastgebers, mit zunächst größtenteils unbekannten Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartnern, wurden in den einzelnen Aufzeichnungen Probleme gefunden und bearbeitet, die vor den jeweiligen Gesprächen nicht artikulierbar waren. Im Talk wird der Erkenntnisprozess mit seinen wesentlichen Zwischenetappen der letzten drei Jahre vorgestellt, sowie die Frage erörtert, inwiefern sich an den vollzogenen Prozess anschließen lassen könnte und welche Rolle Podcasts weiterhin dabei spielen.

Wundert Euch.

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