What’s next?

Vimeo ist eine Plattform, die hauptsächlich für künstlerische Aktivitäten genutzt wird. Mach Videos von Kunstwerken. Tafelbilder, wie sie entstehen, wie sie sich verändern. Wie sie verschwinden. Performance Art wie das Nachtlabern. Vielleicht Ausschnitte daraus. Eine Serie. Möglichst auf ein Etwas gelenkt. Das eigentliche daran in Erfahrung bringen. Was ist Dir wichtig? Womit willst Du arbeiten? Womit macht die Arbeit Spaß? Du magst doch Bücher? Die gibt es kostenlos an jedem Bücherschrank. Die sind viel zu schade, um sie ins Regal zu stellen. Mache aus ihnen Saft. Wissenssaft zum trinken. Jeder erhält ein paar Worte. Bis sie nicht mehr durstig sind. Oder bis sie endlich durstig genug werden. Drogen. Sie müssen dazu gebracht werden, etwas zu lieben. Das können sie schon nicht mehr ohne Wahrnehmungsveränderung. Visualisiere das. Zeig die Verbindungen, die das auftut. Es wird Dir gut tun.

Schreib auch endlich mal das Theaterstück auf, von dem Du mir erzählt hast. Es macht ja nichts, dass es daherkommt, wie ein Märchen aus Tausend und einer Nacht. Den Produzenten verkaufen wir das bei der Party so ganz nebenbei. Wenn sie in der besten Laune sind und wir sie die ganze Nacht bearbeitet haben. Die wollen dann nicht mehr wissen wer und was, die sagen ja, weil wir es sind. Nur brauchen wir es dann auch. Also schreib es, damit das wenigstens schon mal steht.

Dann bleibt erstmal nur die Frage wegen nächster Gespräche und Vorträge im Radio. Da haben wir noch kein richtiges Konzept. Man könnte von unterwegs aufnehmen, aber das ist Mist. Sprechen mit irgendwem hatten wir schon zu genüge. Vielleicht bekifft oder betrunken. Einfach dahergelabert. Oder was echtes. Einmal pro Woche irgendwo hin nur dafür. In ne Kneipe. In ein Café. Oder doch unterwegs. Aus der Ubahn. Die Technik ist noch scheisse. Mit ordentlichem Mikrofon sieht es gleich bekloppt aus. Vielleicht schreibst Du doch lieber.

Berufsrollen und Computer

Eine Reaktion auf einen Blogbeitrag von Ens Oeser.

Moin Ens,

es freut mich, dass Du Deine Irritation in diesem Blogbeitrag dargelegt hast und versuchst, ihr nachzugehen. Ich wünschte, Du würdest etwas langsamer denken, da gäbe es meines erachtens nämlich noch interessantes aufzuspüren. Sowohl für Dich, als auch für mich. Ich weiß im Gegensatz zu Dir nämlich nicht so genau, womit ich es zu tun habe und habe auch nicht die Not, es so einfach verstehen zu müssen.

Du bist kein Lehrer. Ich weiß gar nicht, wie Du auf die Idee kommst, Du seist einer. Wenn Du Twitter einschaltest oder einen Blogbeitrag schreibst und irgendetwas zur Auskunft gibst, dann bist Du in diesem Moment kein Lehrer. Lehrer zu sein ist eine Rolle die in spezifischen Kontexten zur Aufführung kommt und selbstverständlich verstehe ich, wenn man in einer Rolle aufgeht und diese dann nicht mehr so einfach ablegen kann. In so einem Kontext bewegen wir uns doch aber überhaupt nicht.

Dass ich weiß, dass Du Dich, selbst in einem befreiten Kontext, für einen Lehrer hälst, das weiß ich ausschließlich durch Dich und nicht durch die Umstände unter denen wir Kommunizieren. Ich hatte noch nie Schulunterricht bei Dir. Du machst Dich als Lehrer ansprechbar und wenn Dich jemand als Lehrer anspricht, dann greifst Du das auf und bestätigst damit diese Ansprache. In einer Schule funktioniert das grundsätzlich sehr ähnlich. Schön dargestellt ist das in diesem Videoausschnitt aus einem Film (Catch me if you can):

Man sieht daran erstmal schön, dass Lehrer zu sein bedeutet, keine besonderen Kompetenzen zu haben. Dir wurde kein besonderes Wissen verliehen, es gibt nichts, was Dich auszeichnet, wie spezielle Superkräfte, die Dich ad hoc zu einem Lehrer machen. Alles im Studium angelernte Wissen ist erstmal völlig unnötig um als Lehrer auftreten zu können. Du bist es selbst, der sich da etwas herausnimmt und das spielt. Das machst Du dann sogar noch per Twitter. Das macht in einer funktional differenzierten Gesellschaft Sinn, wozu auch Schule gehört, aber Twitter fügt sich in diese Aufteilung nicht ein. Twitter ist kein Klassenzimmer. Und besitzt Du auch noch die Ignoranz, Dich darüber zu echouffieren, wenn jemand diese Ansprachemöglichkeit auf die Probe stellt. Hätte ich Dich als Clown bezeichnet, hättest Du wohl kaum eine Abhandlung über den Zirkus und die Wahrnehmung von Zirkusmitarbeitern in der Gesellschaft verfasst. Du hättest diese Ansparche nicht aufgegriffen und damit wäre sie vom Tisch gewesen. Du bist es selbst, der für einen Lehrerdiskurs sorgt, der mir völlig egal ist, weil ich nicht mehr zur Schule gehe und auch keine Kinder habe, die zur Schule gehen.

Jetzt bist Du zufällig bei mir an jemanden geraten, der sich dafür interessiert, inwieweit solche Adressen wie Deine, die spezifische Rollen aufführen, in der Lage sind, aus diesen Rollen auszutreten und eine andere Sichtweise für sich einzunehmen, die nicht aus dieser Rolle heraus ableitbar ist. Mit Deinem Blogbeitrag zeigst Du mir, dass das sehr schwer zu sein scheint und dass es viel näher liegt, Deine Beobachtungen und Deine Irritation in Deine Rolle aufzunehmen. Ich habe kein Bedenken dabei, andere über Twitter als Arschlöcher und schlimmeres zu bezeichnen, um diese Form der Irritationen hervorzurufen. Ich glaube nur so kannst Du etwas darüber lernen, was Du da eigentlich tust. Vergegenwärtige Dir bitte, dass es völlig normal ist noch viel krasser miteinadner umzugehen. Ich denke Du wirst mir zugesetehen, dass ich weit davon entfernt bin, mit einem Messer auf Dich loszugehen oder anderweitig gefährliches Verhalten an den Tag zu legen. Ich schreibe nur irgendwelche Sachen ins Internet. Das hat nichts mit Hass zu tun. Ich hasse auch keine Lehrer_Innen.

Was ich nicht mag ist, wenn Potenziale nicht in Erfahrung gebracht werden, weil aufgrund der Herangehensweise auf Basis bekannter Strukturen der Blick auf die Eigenart neuer und anderer Strukturen verdeckt wird. Das hast Du getan, indem Du gegenüber meinem (persönlich bekannten) Freund Manu behauptet hast, etwas, was er unterstellt, gäbe es nicht.
Das halte ich für ein frevelhaftes Verhalten, weil es sich nicht für die Wahrheit dieser Aussage interessiert, sondern ausschließlich für deren Falschheit, womit verdeckt wird, dass in der Unterstellung des Zusammenhanges selbst etwas zu entdecken ist. Mit dieser Umgangsweise wird daher aus meiner Sichtweise Wissen vernichtet. Womit die Unterstellung der Falschheit der Unterstellung dann begründet wird, ist übrigens egal, weil ab dem Zeitpunkt die eigentlich Frage schon nicht mehr behandelt wird.

Denk mal drüber nach.

Lieber Gruß
Michael (@adloquii)